WENN KULTURRÄUME POLITISCH ANGEGRIFFEN WERDEN
Wie verändern sich die Rahmenbedingungen für die freie Kultur, wenn autoritäre und rechts-
extreme Kräfte an Einfluss gewinnen? Welche kulturpolitischen Strategien verfolgen diese Akteur:innen und inwiefern stellen sie eine konkrete Bedrohung für die Kunstfreiheit dar? Welche Entwicklungen sind in anderen Kommunen bereits sichtbar, und was bedeuten sie für Städte wie Halle?
Freie Kulturräume sind weit mehr als Veranstaltungsorte. Sie sind Treffpunkte, Schutzräume, Orte für Austausch, Inspiration, Experiment und politische Auseinandersetzung. Sie entstehen durch gemeinschaftliches Engagement und leben gleichzeitig von Solidarität. Viele gestalten sie aktiv, viele nutzen, unterstützen oder verteidigen sie. Und wir alle sind von den aktuellen politischen Entwicklungen betroffen, denn freie Kulturorte existieren nicht losgelöst von politischen Entscheidungen. Sie sind angewiesen auf öffentliche Förderung, rechtliche Rahmenbedingungen und eine Politik, die Vielfalt und Kunstfreiheit schützt.
Ganz besonders im Jahr der anstehenden Landtagswahl, die bereits ihre Schatten wirft, wird deutlich, dass diese Grundlagen längst keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Sie hängen von parlamentarischen Mehrheiten und politischen Prioritäten ab. Ein Blick in andere Städte und Kommunen zeigt bereits gravierende Veränderungen:
Fördermittel werden gekürzt oder neu ausgerichtet, freiwillige Leistungen infrage gestellt, Kulturakteur:innen unter (politischen) Druck gesetzt. Neben diesen strukturellen Einschränkungen nehmen auch gezielte Angriffe auf Häuser und Engagierte immer mehr zu.
In seinem Vortrag am 13.03. 18:00 Uhr analysiert Robert Fietzke, Leiter des Soziokulturellen Zentrums ZORA
e.V. in Halberstadt und Lehrbeauftragter an der Hochschule Magdeburg-Stendal, diese Entwicklungen und ordnet sie politisch ein. Er zeigt auf, mit welchen Strategien Gegner:innen der Kunstfreiheit arbeiten und welche Szenarien sich daraus für die freie Kulturlandschaft in Halle ergeben könnten.
Im Anschluss an den Vortrag laden wir zum gemeinsamen Austausch ein:
Wie können wir uns vernetzen? Welche Strategien sind sinnvoll? Und wie bleiben unsere kulturellen Räume solidarisch, sichtbar und handlungsfähig?
Die Veranstaltung wird organisiert vom Netzwerk Musikveranstaltende Halle e.V. und dem WUK Theater Quartier und ist kostenlos.
Sie richtet sich an Kulturschaffende, Veranstalter:innen, Initiativen, politisch Engagierte und alle Interessierten, die verstehen möchten, welche konkreten Auswirkungen aktuelle politische Entwicklungen auf unsere Kulturräume haben können.

