Das war das Fördergeber:innenseminar 2025


Am 6. November 2025 lud das Netzwerk Musikveranstaltende Halle zum Fördergeber:innen-Seminar ein – einem Abend, der sich der Stärkung und Vernetzung der lokalen wie überregionalen Musik- und Veranstaltungsszene widmete. Rund 45 Akteur:innen, Vereine und Interessierte nahmen teil und sorgten für einen regen Austausch zwischen Praxis und Förderinstitutionen.

Nadia Schmidt stellt die Kulturförderung vom FB Kultur der Stadt Halle vor

Den Auftakt bildete die Initiative Musik, die als größte bundesweite Fördereinrichtung für Popularmusik, Clubs und Livemusikspielstätten einen umfassenden Überblick über ihre Programme gab. Neben Fördermöglichkeiten für Musiker:innen wurden insbesondere die Strukturförderungen für Veranstaltende, Spielstätten und Festivals hervorgehoben. Diese sind für die nachhaltige Entwicklung der Livemusiklandschaft von zentraler Bedeutung, da sie professionelle Rahmenbedingungen, Personalentwicklung und langfristige Planungssicherheit ermöglichen. Die Initiative betonte, dass Förderprogramme sowohl künstlerisches Schaffen als auch die dahinterliegenden Strukturen unterstützen müssen, um kulturelle Vielfalt bundesweit zu sichern, gerade auch in Städten wie Halle, die eine aktive, aber oft ressourcenknappe Szene tragen.

Im Anschluss stellte die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) ihr Mikroförderprogramm vor, das kleinere Initiativen, Vereine und Netzwerke adressiert. Mit niedrigschwelligen Zugängen und schneller Antragsbearbeitung ermöglicht dieses Programm, spontane Ideen oder kurzfristige Projekte umzusetzen. Gleichzeitig wurden deren weitere Unterstützungspalette vorgestellt, wie beispielsweise Rechtsberatung für Vereine. Alles in allem eiin entscheidender Impuls für die freie Szene, die häufig flexibel auf gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen reagieren muss.

Darauf folgte der Fachbereich Kultur der Stadt Halle, vertreten durch Nadia Schmidt, die die Kulturförderung der Stadt Halle praxisnah vorstellte. Im Mittelpunkt standen die bestehenden Fördermöglichkeiten für kulturelle Akteur:innen in Halle, die formalen Rahmenbedingungen sowie Abläufe von der Antragstellung bis zur Bewilligung. Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, wie städtische Kulturförderung dazu beiträgt, Projekte von Vereinen, Initiativen und Veranstaltenden überhaupt erst realisierbar zu machen und damit die kulturelle Infrastruktur der Stadt zu stabilisieren.

Zudem machte der Beitrag deutlich, wie wichtig eine transparente Kommunikation und ein kontinuierlicher Austausch zwischen Verwaltung und Kulturszene sind, sowohl für eine realistische Planung auf Seiten der Akteur:innen als auch für eine passgenaue Ausrichtung der städtischen Förderpraxis.

Die Initiative Musik zu Gast in Halle

Zum Abschluss stellte der Gen Ost Jugendfonds seine Fördermöglichkeiten vor, die junge Menschen ermutigen, eigene kulturelle Projekte zu realisieren und Verantwortung zu übernehmen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Jury des Fonds selbst aus jungen Menschen besteht, die über die eingereichten Projekte entscheiden. Ein lobender Ansatz, der Teilhabe ernst nimmt und jugendliche Perspektiven direkt in Förderentscheidungen selbstorganisiert einbindet: von jungen Menschen für junge Menschen. 

Der Gen Ost Jugendfonds verdeutlichte zugleich, wie wichtig es ist, junge Kulturakteur:innen im Osten Deutschlands gezielt zu unterstützen. Denn trotz einer lebendigen und engagierten Szene stehen dort weiterhin deutlich weniger Fördermittel zur Verfügung als in westdeutschen Regionen. Der Fonds trägt somit dazu bei, strukturelle Ungleichheiten in der Förderlandschaft abzubauen und jungen Initiativen im Osten mehr Sichtbarkeit, Handlungsspielraum und Selbstwirksamkeit zu geben

Abgerundet wurde der Abend durch Phasen der Vernetzung, des Austauschs und einer Feedbackrunde, in denen neue Kooperationen entstanden und zentrale Bedarfe der Szene deutlich wurden.

Das Seminar zeigte, wie wichtig eine vielfältige Förderlandschaft für die Musik- und Veranstaltungsbranche ist. Sie schafft die Grundlage für künstlerische Freiheit, stabile Strukturen und eine lebendige Kulturlandschaft in Halle wie darüber hinaus.

Wir danken allen Insitutionen, Interessierten und Vereinen, die sich am Seminar beteiligt haben, die zum Austausch angeregt und die sich mit uns und untereinander vernetzt haben.
Wir werden solche Formate in jedem Fall wiederholen.