Die Klangkarawane rollt wieder

Klangkarawane 2026

Ein weiteres Jahr kommen Kollektive, DJs, Veranstalter:innen, Betreibende von Kulturstätten und viele weitere Akteur:innen zusammen, um mit der jährlichen Musikparade aus und in Halle (Saale) – der Klangkarawane – erneut laut und bunt durch die Stadt zu ziehen! Sie zeigen, dass Musikkultur, Clubs, Konzerte und ehrenamtliche Angebote einen nicht ersetzbaren Teil der Mitgestaltung unserer Stadt darstellen. Zwar sind wir als Netzwerk Musikveranstaltende Halle e.V. nicht mehr die Veranstaltungsleitung, dennoch hat sich ein motiviertes Team aus Szeneangehörigen gefunden und setzt den Demozug mitsamt Zwischenparty und Afterparty um. Da uns die Klangkarawane am Herzen liegt unterstützen wir das Team aber mit der Trägerschaft, unseren Social-Media Plattformen und mit zahlreichen Tipps und Hilfestellungen. 

04.07.2026
14:00-19:00
Start Ziegelwiese
ZwiPa ab 19:00 am Peißnitzhaus
Afterparty ab 23:00 im Charles Bronson

SEI DABEI, SEI LAUT!

Bald könnte es zu spät sein, jetzt muss etwas getan werden – das ist das diesjährige Motto! Es sind nicht mehr nur die bürokratischen Hürden, unzureichende finanzielle Unterstützungen durch das Land, Städte und Kommunen oder fehlende Infrastruktur, welche musikalische Veranstaltungen und ehrenamtliche Projekte unter Druck setzen. In der aktuellen Zeit sind es rechte Politik und antidemokratische Wirkungsmacht durch Hetze, welche die Existenz der freien Kultur dauerhaft bedroht. Kultur und ganz besonders Musik- und Szenekultur sollen geschütztere Räume für diejenigen bieten, die von Rassismus, Diskriminierung, Sexismus oder Gewalt bedroht sind. Sie stellen Sprachrohre für genau diese Betroffenen dar, sowie für demokratische und progressive Teilhabe. Rechte und Konservative Parteien welche zunehmend immensere Macht erlangen, haben NICHT das Ziel progressive und demokratische Werte zu verteidigen. Im Gegenteil, als Bedrohung ihrer fremdenfeindlichen, totalitären und konservativen Vorstellung für die Politik in Deutschland, sind solche Orte ein Dorn im Auge. So wird durch politischen Druck von diesen rechten Lagern aus dafür gesorgt, dass Kulturorten Grundlagen zur Existenzsicherung entzogen werden. Die Klangkarawane 2026 geht deshalb auf die Straße. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und für die Rechte derjenigen einzustehen, die das kulturelle Leben in Halle mitgestalten, um zu zeigen, dass eine solche Politik zu Leid und Unfreiheit führen wird. Sie fordern nicht nur den Erhalt bestehender Strukturen, sondern auch eine nachhaltige Förderung und mehr Wertschätzung für unabhängige Musikinitiativen und deren (sozio-)kulturellen Räume.
Sie setzen gemeinsam damit ein Zeichen gegen rechts, für die Demokratie, für den Schutz von benachteiligten Personengruppen und für den Erhalt von Kulturangeboten. Dieses Event ist ein klares Bekenntnis dazu, dass Kultur nicht nur unterhalten, sondern auch soziale und politische Verantwortung übernimmt und auch übernehmen muss. Gerade in Zeiten, in denen unsere Kultur von vielen Seiten bedroht wird.

Die Klangkarawane ist ein gemeinsames Zeichen für die Vielfalt und Lebendigkeit der Musikszene in Halle, ein Bekenntnis zu einer Kultur, die Raum für alle bietet.

Forderungen 2026

  • langfristige und unbürokratische Förderungen
    Wir fordern ein klares kulturpolitisches Bekenntnis zu einer vielfältigen und zukunftsfähigen Kulturlandschaft.
    Die Abhängigkeit von Fördermitteln und die damit verbundene Unsicherheit gefährden unsere Arbeit und lähmen die Kreativität. Wir brauchen stabile, verlässliche Finanzierungsmodelle für die freie Szene!
  • Schutz und Erhalt der Kultur- und Clubszene!
    Wir fordern die Schaffung, Sicherung und den Schutz kultureller Freiräume. Clubs, Proberäume, Jugendzentren und soziokulturelle Einrichtungen müssen als kulturelle Infrastruktur anerkannt und langfristig gesichert werden. Dazu gehören die Nutzung leerstehender öffentlicher Gebäude für Kulturprojekte, Konzeptvergaben statt Höchstpreisprinzip bei kommunalen Immobilien, sowie die konsequente Anwendung und Weiterentwicklung bestehender rechtlicher Schutzinstrumente für Kulturorte. 
  • Unterstützung der freien Kulturräume
    Wir fordern eine verlässliche und nachhaltige Kulturförderung. Freie Träger, Initiativen und Kulturorte benötigen langfristige Perspektiven statt kurzfristiger Projektförderungen. Fördermittel müssen an steigende Kosten angepasst, Vergabeverfahren transparent gestaltet und bürokratische Hürden abgebaut werden. Kulturarbeit darf nicht dauerhaft unter prekären Bedingungen stattfinden müssen. Wir fordern gezielte und dauerhaft angelegte Unterstützungsstrukturen für freie Musikspielstätten und soziokulturelle – etwa durch die Ausweitung bestehender Förderprogramme, gezielte Personalkostenförderung und Anpassung der Förderrichtlinien an reale Betriebskosten. Eine nachhaltige Sicherung dieser Orte ist ohne eine strukturelle Anpassung kulturpolitischer Maßnahmen nicht realisierbar.
    Freie Musikorte arbeiten bereits jetzt oft unter prekären Bedingungen und leisten dabei einen unverzichtbaren Beitrag für kulturelle Vielfalt, Jugendkultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. 
  • Klare Haltung gegen antidemokratische und kulturschädigende Politik
    Kultur ist kein Luxus. Sie ist Voraussetzung für eine vielfältige, solidarische und demokratische Gesellschaft. Wer Kultur fördert, investiert in gesellschaftlichen Zusammenhalt, in Teilhabe und in die Zukunft. Deshalb braucht es jetzt den politischen Willen, kulturelle Freiräume zu erhalten, auszubauen und dauerhaft zu sichern. Mit Blick auf die Landtagswahl im September 2026 sehen wir die kulturelle Vielfalt Sachsen-Anhalts vor einer Richtungsentscheidung. Während viele Akteur:innen der Kulturszene für Offenheit, Teilhabe und Kunstfreiheit eintreten, fordert die AfD in ihrem Wahlprogramm eine „patriotische Wende“ in der Kulturpolitik. Zahlreiche Kulturinstitutionen des Landes warnen davor, dass dadurch die Freiheit der Kunst sowie die Unabhängigkeit kultureller Einrichtungen unter Druck geraten könnten.
    Die Klangkarawane versteht sich deshalb nicht nur als Demonstration für Musik- und Nachtkultur, sondern auch als sichtbares Zeichen für eine offene, demokratische und vielfältige Gesellschaft. Kultur darf nicht politisch vereinnahmt, eingeschränkt oder gegeneinander ausgespielt werden. Sie muss frei bleiben!
  • Auch als Besucher:innen sind wir gefragt: 
    Um die Existenz dieser Freiräume langfristig zu sichern, müssen wir uns der gestiegenen Kosten bewusst sein und bereit sein, einen angemessenen Beitrag für den Erhalt kultureller Vielfalt zu leisten. Nur so kann die Musikszene weiterhin bestehen und wachsen.
  • Erhaltung von Kulturorten und Verringerung von Hürden der Neugründung
    Wir fordern wirksame Maßnahmen gegen die Verdrängung kultureller Orte. Clubs und soziokulturelle Zentren müssen im Bau- und Planungsrecht als Kulturorte anerkannt werden. Kulturschaffende müssen weiterhin frühzeitig und verbindlich an Stadtentwicklungsprozessen beteiligt werden. Stadtentwicklung darf nicht über die Köpfe derjenigen hinweg erfolgen, die das kulturelle Leben einer Stadt prägen.
  • Freiheit von Selbstbestimmung und demokratischer Teilhabe
    Wir fordern ein entschiedenes Eintreten für Kunstfreiheit, kulturelle Vielfalt und demokratische Grundwerte. Kulturorte müssen Orte sein, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, Religion oder sozialem Hintergrund willkommen sind. Dafür braucht es ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Verwaltung, Kulturinstitutionen, Veranstalter:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Kunstfreiheit, kulturelle Selbstbestimmung und demokratische Teilhabe müssen geschützt und gestärkt werden.
  • Kultur für strukturschwache und außer-urbane Räume
    Wir fordern kulturelle Infrastruktur für alle Regionen. Kultur darf nicht auf urbane Zentren beschränkt bleiben. Gerade ländliche Räume benötigen Kulturorte, Jugendzentren, Proberäume und Veranstaltungsangebote, um gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Vielfalt zu ermöglichen. Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten auch einen gleichwertigen Zugang zu Kultur.
  • Sicherung von Kultur für Folgegenerationen
    Wir fordern mehr Freiräume für die nächste Generation. Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie sich kreativ, politisch und kulturell ausprobieren können. Dazu gehören kostenfreie oder niedrigschwellige Proberäume, offene Werkstätten, Ateliers und Studios, unabhängige Jugendkultur-Budgets sowie der Ausbau von Jugend- und Kulturzentren als Orte der Begegnung, Bildung und Selbstorganisation. 
  • Angemessene und realistische Dezibelregelungen
    Halle war deutschlandweit bekannt und wurde für die Flexibilität und Umsetzbarkeit bei der Regulierung von Spontan- und Open-Air-Partys gefeiert. Leider wurden diese Regelungen so verändert, dass eine einfache und praktikable Lösung für alle Beteiligten nicht mehr existiert. Wir fordern daher eine Rückkehr zu realistischen, umsetzbaren Dezibelregelungen für spontane und kreative Veranstaltungen, die die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit unserer Stadt fördern. Wir fordern keine einheitliche Lösung, sondern flexible Modelle, die je nach Lage und Bezirk an die Gegebenheiten angepasst sind.
  • Barrierefreiheit und Inklusion für alle: Kultur muss für alle zugänglich sein – für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, für diverse soziale Gruppen und für Menschen aus marginalisierten Communities. Wir fordern den barrierefreien Ausbau von Veranstaltungsorten und mehr kulturelle Teilhabe.

Wir wollen aber auch nicht nur fordern, sondern auch anerkennen und danken:

All denjenigen Kulturakteur:innen, Musiker:innen, Techniker:innen, Djs, Künstler:innen, Koordinierenden, Club- und Spielstättenbetreiber:innen, die sich täglich dafür einsetzen, dass diese Szene in Halle weiter besteht, die Raum nehmen und Raum geben, die aufeinander aufpassen und zusammenhalten, die sich trotz der aktuellen Lage nicht unterkriegen lassen und immer weiter machen! Danke dass ihr diese wunderbaren (Zufluchts-) Räume für euch, für uns, für Halle schafft!

Mit musikalischer Begleitung auf fünf verschiedenen Wagen wird die Klangkarawane für rund drei Stunden durch die Straßen ziehen und für jeweils eine Stunde Zeit an den zwei Haltepunkten den Redebeitragen widmen.

Mit dabei auf den Wagen und bei der Organisation der Parties sind in diesem Jahr Kollektive wie Sammelsurium, DJversity, Neys, FrequenzFabrik, Blendwerk e. V., TARMAC e. V., L300, Drehkreuz, Station Endlos, Querbass, MoMa, sowie die IG-Metall Halle/Dessau.

Auch in diesem Jahr freuen darf sich über die zahlreiche Unterstützung gefreut werden! Besonderer Dank gilt dem Studierendenrat der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg sowie der Stadt Halle (Saale) für großzügige finanzielle Förderungen im Zuge von Kooperationen. Ebenfalls unterstützt wird die Organisation von verschiedenen Angeboten der IG-Metall, dem Charles Bronson und dem Peißnitzhaus e.V.

Route und Zeitpläne:

Start: 14:00 Uhr auf der Ziegelwiese.

Route: Ziegelwiese → Mühlweg → August-Bebel-Platz → Geiststraße → Marktplatz → Hallmarkt → Hallorenring → Mannsfelder Straße → Rennbahnkreuz/Gimmritzer Damm → Halle-Saale-Schleife -> Planetenplatz am Peißnitzhaus

Zwischenkundgaben am August-Bebel-Platz und Marktplatz

Übergang zur ZwiPa und Ende der Demo um ca. 19:00 auf dem Planetenplatz am Peißnitzhaus.

Aftershow-Party ab 23:00 im Charles Bronson.

Redner:innen

Verena Zimmermann – Netzwerk Musikveranstaltende Halle e.V.
Svenja Kluge – Peißnitzhaus e.V.
Nadia Schmidt – Fachbereich Kultur der Stadt Halle (Saale)
Alexander Vogt – Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale)
Vertreter:innen des Gemeinschaftsamt Halle (Saale)
Max – Halle Kultur
Vertreter:innen des Studierendenrat der MLU
und viele weitere….

Die Klangkarawane ist ein klarer Appell:

Unsere Szene verdient Anerkennung und Unterstützung!
Kulturarbeit ist systemrelevant, nicht nur in Krisenzeiten, sondern dauerhaft. Aber speziell mit Hinblick auf rechten politischen Druck und anstehende Wahlen in Sachsen-Anhalt will die Klangkarawane ein klares Zeichen setzen – gerade aufgrund der aktuellen Krisenzeiten. Sie setzen sich für die Rechte der Kulturschaffenden ein und fordern die Anerkennung von Club- und Musikkultur als integralen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. 

Gemeinsam soll gezeigt werden, dass Kultur keine Grenzen kennt und dass als Teil dieser Szene zusammengehalten wird. Kommt am 04.07.2025 und geht gemeinsam auf die Straße – für eine starke, vielfältige und unaufhaltbare Musikszene!

Teilhabe

Es ist geplant, dass ein Transportfahrzeug bereitsteht, welches mobilitätseingeschränkten Personen, sowie Menschen im Rollstuhl die Mitfahrt an der Klangkarawane ermöglicht. Auch Teilstrecken sind möglich. Meldet euch auch gerne dafür vorab an unter:

klangkarawane[at]gmail[dot]com

Es ist nicht ganz leicht bei einer Klangkarawane mit vielen Soundsystemen einen geräuschsensiblen Bereich zu schaffen. Dennoch soll dieser auch 2026 umgesetzt werden. Er wird vor dem Wagen von DJversity und der IG-Metall zu finden sein
Die Wagenreihenfolge siehst du hier:

ZwiPa (Zwischenparty)

Demo durch? Ab auf die ZwiPa am und im Peißnitzhaus!

5 LKW-Floors + 1 Bühne, Bar, Grill & ein Wasserwagen zur Hydration bei heißen Temperaturen – alles Open Air!

19–22Uhr | Peißnitzinsel 4, 06108 Halle (Saale)

Awareness‑Team, Security & Sanitätsdienst am Gelände!

Ab 23 Uhr mit genug Zeit zum Rüberwandern folgt dann die Afterparty im Charles Bronson!

Mehr Infos zur ZwiPa, Afterparty, Lineup und anderen Bereichen sind auf dem Instagram Account des Netzwerks Musikveranstaltende Halle zu finden: https://www.instagram.com/musikveranstaltendehalle/