Unser Leader-Förderprojekt 2026–2028
Mit dem Projekt „Netzwerk Musikveranstaltende Halle – Aufbau, Beteiligung und Wirkung im Stadtgebiet“ baut das Netzwerk Musikveranstaltende Halle e. V. seine Arbeit als Interessenvertretung, Vernetzungsplattform und Anlaufstelle für die freie Musik- und Veranstaltungskultur in Halle (Saale) nachhaltig aus. Das Vorhaben wird im Rahmen von LEADER/CLLD durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert und läuft von Januar 2026 bis Juni 2028. Ziel ist es, die freie Musikkultur als wichtigen Bestandteil kultureller Daseinsvorsorge, gesellschaftlicher Teilhabe und nachhaltiger Stadtentwicklung langfristig zu stärken.
Freie Musik- und Clubkultur ist weit mehr als Freizeitgestaltung. Clubs, Konzertspielstätten, Festivals, Kollektive und selbstorganisierte Kulturinitiativen schaffen Räume für Begegnung, kulturelle Bildung, gesellschaftlichen Austausch und demokratische Teilhabe. Sie bringen Menschen unterschiedlicher Generationen, Hintergründe und Lebensrealitäten zusammen, prägen das kulturelle Profil Halles und leisten einen wichtigen Beitrag zu sozialem Zusammenhalt, kultureller Vielfalt und urbaner Lebensqualität. Gleichzeitig stehen viele Akteur*innen vor wachsenden Herausforderungen: steigende organisatorische Anforderungen, komplexe Genehmigungsverfahren, wirtschaftlicher Druck sowie Fragen der Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und diskriminierungssensiblen Gestaltung. Hinzu kommt der Bedarf an langfristig tragfähigen Strukturen, die kulturelles Engagement dauerhaft ermöglichen und absichern. Genau hier setzt das Projekt an.
Eine starke Struktur für die freie Musikkultur
Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau einer dauerhaft handlungsfähigen Netzwerk- und Koordinationsstruktur für die freie Musik- und Veranstaltungskultur in Halle. Das Netzwerk versteht sich als Bindeglied zwischen Kulturszene, Stadtgesellschaft, Verwaltung und Politik. Es schafft Räume für Austausch, vertritt die Interessen freier Veranstaltender, unterstützt die Entwicklung neuer Kooperationen und stärkt die Rahmenbedingungen für kulturelles Engagement in der Stadt.
Ein zentraler Baustein ist dabei der Ausbau der Geschäftsstelle des Netzwerks. Sie fungiert künftig als koordinierende Schnittstelle für Mitglieder, Veranstaltende, Initiativen, Verwaltung und politische Entscheidungsträger*innen. Dadurch können Beratungsangebote, Beteiligungsformate, Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung und gemeinsame Projekte dauerhaft organisiert und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, das Netzwerk langfristig als verlässliche Anlaufstelle für die freie Musik- und Kulturszene in Halle zu etablieren.
Beteiligung, Dialog und kulturelle Mitgestaltung
Musikkultur entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie ist Teil gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und wirkt in Nachbarschaften, öffentliche Räume und unterschiedliche Lebenswelten hinein. Deshalb fördert das Projekt neue Formen der Beteiligung und des Dialogs zwischen Kulturszene, Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft.
Durch offene Netzwerktreffen, Dialogveranstaltungen und thematische Austauschformate werden gemeinsame Herausforderungen diskutiert, Ideen entwickelt und Perspektiven zusammengeführt. Themen reichen von kultureller Infrastruktur und Raumnutzung über Nachhaltigkeit und Awareness bis hin zu Fragen der Stadtentwicklung und Kulturpolitik. Ziel ist es, langfristige Verständigung zu fördern, neue Kooperationen anzustoßen und kulturelle Entwicklung als gemeinsame Aufgabe sichtbar zu machen.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einbindung von Menschen und Gruppen, die in kulturellen Entscheidungsprozessen bislang häufig unterrepräsentiert sind. Das Netzwerk möchte kulturelle Mitgestaltung erleichtern, Selbstorganisation stärken und neue Zugänge zu kulturellem Engagement schaffen.
Beratung, Weiterbildung und Wissenstransfer
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Unterstützung von Musikveranstaltenden, Kollektiven und Kulturinitiativen durch praxisnahe Bildungs- und Beratungsangebote. In offenen Beratungssprechstunden, Workshops und Weiterbildungen werden Kenntnisse zu Themen wie Veranstaltungsorganisation, Fördermittelakquise, Veranstaltungsrecht, Awareness, Barrierefreiheit, Diversität, Technik, Booking und nachhaltiger Veranstaltungsplanung vermittelt.
Die Angebote richten sich sowohl an erfahrene Akteur*innen als auch an Menschen, die erstmals Veranstaltungen organisieren oder eigene kulturelle Projekte umsetzen möchten. Besonders wichtig ist dabei ein niedrigschwelliger Zugang unabhängig von institutioneller Anbindung, finanziellen Möglichkeiten oder Vorerfahrungen. Auf diese Weise stärkt das Projekt die Selbstorganisation, Resilienz und Zukunftsfähigkeit der freien Musik- und Kulturszene in Halle.
Digitale Infrastruktur und Sichtbarkeit
Damit Wissen, Beteiligungsmöglichkeiten und kulturelle Angebote möglichst viele Menschen erreichen, baut das Netzwerk seine digitale Infrastruktur umfassend aus.
Die Website wird zu einer zentralen Plattform für Information, Vernetzung und kulturelle Teilhabe weiterentwickelt. Geplant sind unter anderem ein digitales Kulturkataster, das Orte, Akteur*innen und Angebote der freien Musik- und Kulturszene sichtbar macht, sowie ein Wissensarchiv mit Informationen, Leitfäden und Materialien für Veranstaltende.
Ergänzt wird dies durch neue partizipative Medienformate. Mit der Social-Media-Reihe „Young Voices“ sollen insbesondere junge Menschen ihre Perspektiven auf Kultur, Stadtentwicklung und Teilhabe sichtbar machen können. Darüber hinaus entsteht mit „Clubfunk Halle“ ein Podcast- und Audioformat, das Themen rund um Musikkultur, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe aufgreift und unterschiedliche Stimmen miteinander ins Gespräch bringt.
Die strategische Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerks verfolgt dabei mehr als reine Informationsvermittlung. Sie schafft Sichtbarkeit für die freie Musikkultur, stärkt ihre politische Anschlussfähigkeit und macht kulturelle Beteiligungsmöglichkeiten für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich.
Nachhaltigkeit und gemeinsame Infrastruktur
Nachhaltigkeit wird im Projekt als ökologische, soziale und kulturelle Verantwortung verstanden. Deshalb unterstützt das Netzwerk Veranstaltende dabei, ihre Formate ressourcenschonender, klimafreundlicher und zukunftsfähiger zu gestalten.
Neben Weiterbildungen zu Green Event Management, nachhaltiger Veranstaltungslogistik und ressourcenschonender Infrastruktur entwickelt das Netzwerk modellhafte Ansätze für gemeinschaftlich nutzbare Infrastruktur. Ein Beispiel hierfür ist die geplante „Kulturtoilette“ – eine mobile Komposttoilette, die langfristig als nachhaltige Alternative für nicht-kommerzielle Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden soll. Sie steht exemplarisch für den Anspruch des Projekts, ökologische Verantwortung mit praktischer Unterstützung für freie Kulturarbeit zu verbinden.
Langfristig sollen dadurch nachhaltige Lösungen entstehen, die für unterschiedliche Akteur*innen nutzbar sind und insbesondere kleinere Initiativen entlasten.
Nachtentfalter – Symposium für Musik, Kultur und Stadtentwicklung
Ein besonderes Leuchtturmprojekt ist das jährlich stattfindende Nachtentfalter-Symposium. Das zweitägige Format bringt Musikveranstaltende, Kulturschaffende, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und interessierte Bürger*innen zusammen. In Workshops, Vorträgen, Panels und Diskussionsformaten werden aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen der Musik- und Kulturlandschaft verhandelt.
Das Symposium schafft einen Raum für Austausch, Weiterbildung und Vernetzung und stärkt gleichzeitig die Sichtbarkeit der freien Musik- und Kulturszene. Perspektivisch soll sich das Format zu einer überregionalen Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen Städten und Regionen entwickeln.
Für eine vielfältige und zukunftsfähige Stadtgesellschaft
Alle Maßnahmen des Projekts verfolgen ein gemeinsames Ziel: die freie Musik- und Kulturszene in Halle langfristig zu stärken und ihre gesellschaftliche Wirkung auszubauen. Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit, Awareness, kulturelle Vielfalt, Nachhaltigkeit und demokratische Beteiligung werden dabei als Querschnittsaufgaben verstanden und in allen Projektbereichen mitgedacht.
Das Projekt versteht Musikkultur als Teil öffentlicher Daseinsvorsorge. Es schafft Räume für Begegnung, fördert bürgerschaftliches Engagement, stärkt kulturelle Bildung und unterstützt die Entwicklung einer offenen, solidarischen und vielfältigen Stadtgesellschaft. So trägt das Vorhaben dazu bei, die freie Musik- und Kulturlandschaft Halles langfristig sichtbar, resilient und handlungsfähig zu machen – als wichtigen Bestandteil urbaner Lebensqualität und kultureller Demokratie.
Förderhinweis
Das Projekt „Netzwerk Musikveranstaltende Halle – Aufbau, Beteiligung und Wirkung im Stadtgebiet“ wird im Rahmen von LEADER/CLLD durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert. Die Förderung erfolgt über die Lokale Aktionsgruppe Halle (Saale) und wird durch die Europäische Union sowie das Land Sachsen-Anhalt kofinanziert. Die Projektlaufzeit erstreckt sich vom 01.01.2026 bis zum 30.06.2028.


